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Wann?

Sonntag, 26.09.2010 ab 11:00 Uhr

Wo?

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Auch in diesem Jahr findet der Weltkindertag Leverkusen im Neuland-Park Leverkusen statt.

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Klicken Sie hier, um mehr über Kinderrechte ins Grundgesetz zu erfahren.

Kinderrechte

Gleichheit
Gesundheit
Bildung
Spiel, Sport, Freizeit
Freie Meinungsäußerung
Gewaltfreie Erziehung
Schutz im Krieg und auf der Flucht
Schutz vor Ausbeutung
Elterliche Fürsorge und soziale Sicherheit
Betreuung bei Behinderung


Mehr über Kinderrechte können Sie auf der Internetseite von Unicef erfahren.

Zeit für Kinder

Sonja Fatma Bläser

Ein Artikel von Sonja Fatma Bläser

Immer mehr Kinder wachsen in kleinen Familien auf. Durch Industrialisierung schrumpften die Großfamilien, so dass keine Großeltern, Tanten Onkel mehr da sind, die die Abwesenheit der Eltern auffangen können. Da meistens beide Eltern arbeiten müssen oder wollen, fehlt der alltägliche Kontakt mit den Eltern.
Denn auch außerhalb der Arbeit der Eltern fehlt die Motivation in der Freizeit Zeit mit den Kindern zu verbringen.
Saß man früher in den Familien in trauter Runde beisammen und erzählte sich gegenseitig vom Tagesgeschehen oder spielte miteinander, hat die Moderne mit ihren technologischen Möglichkeiten längst für "Alleinbeschäftigung" gesorgt. Vater sitzt am Computer oder schaut "wichtiges" im TV, Mutter telefoniert auf der Flatrate, oder ist mit anderen alltäglichen Dinge beschäftigt und die Kinder sind auch gut versorgt, denn sie haben ja die neuesten Video – oder Computergames.
So gesehen hatten es die Kinder früher etwas besser, auch wenn es strenger anmutete. Doch die Strenge war auch ein dauerhaftes Interesse. Schulische Dinge wurden zumindest abgefragt und selbst wenn man als Eltern nicht mitkam, dafür gesorgt, dass eine gewisse Zeit für Schularbeiten eingeräumt wurde.
Heute, da wir es besser wissen müssten, was Kinder brauchen und die „Supernannys“ in unseren Wohnzimmern heimisch sind, machen wir uns trotzdem keine Gedanken über den Zeitfaktor, den unsere Kinder von uns als Eltern brauchen. Wir bekommen Kinder und vergessen durch unsere Lebenssituation, dass sie von uns abhängig sind, dass wir die Weichen stellen können für die Zukunft unserer Kinder, dass es nicht damit getan ist sie zu beschäftigen, damit wir Ruhe haben. Unsere Kinder brauchen Vorbilder. Wir sind gefordert für eine stabile emotionale Basis unserer Kinder zu sorgen, die ihnen alleine das Elternhaus zu geben vermag. Und das Zauberwort heißt erneut Zeit. Zeit.
Es ist wahrhaftig nicht leicht für viele die Zeit aufzubringen, um mit ihren Kindern freiwillig zusammen zu sein. Unsere Umwelt, unser soziales sowie gesellschaftliches Leben fordert uns permanent, uns einzubringen. Wir fühlen uns gefordert und vergessen, dass auch unsere Kinder ein Recht haben von uns zu fordern. Wie sonst wollen wir sie in familiäre Strukturen mit einer Regelmäßigkeit gewöhnen, die dazu dient, ihnen Halt in ihrer Entwicklung zu geben. Wir als Familie, als Eltern müssen in der Lage sein, die Sorgen, Nöte und Ängste unserer Kinder als erste mit zubekommen und für sie dazu sein um sie aufzufangen und dazu braucht man halt Zeit. Denn Hektik und zwischen Tür- und Angel Situationen bieten keine ideale Grundlage, unseren Kindern zu zeigen, dass wir interessiert an ihnen sind und immer für sie da sind. Fehlt diese familiäre Zeitebene suchen sich Kinder Ersatznischen, wenn sie Jemand brauchen. Nicht selten vertrauen sie sich plötzlich wildfremden Menschen an, die sie im Internet, Telefon oder in persönlichem Gespräch „Kennenlernen“,  die ihnen ein offenes Ohr für ihre Sorgen zu bieten scheinen. Leider werden diese suchenden Momente und Hilferufe unserer Kinder von Menschen missbraucht, die anderes im Sinn haben. Viele Eltern, die ihr/e Kind/er plötzlich in heiklen oder gar lebensbedrohenden Situationen erleben, fallen aus allen Wolken, wenn sie erfahren, was für einen Umgang ihr Nachwuchs hat. Überrascht können Eltern jedoch nur dann wirklich sein, wenn sie nichts von ihren Kindern wissen und das ist ein gesellschaftliches Armutszeugnis. Eltern, die "Zeit" in ihre Kinder investieren, bekommen die Früchte dieser Bemühungen meistens gedankt. Diese Kindern haben meistens ein stabiles Verhältnis zu ihren Eltern, weil sie wissen, dass sie immer auf Mama und Papa zählen können. Kinder aus einander zugewendeten und interessierten Familien haben meist ein größeres Selbstbewusstsein und sind nicht so anfällig sich in Gruppierungen zusammenzutun, um überhaupt einer Gemeinschaft anzugehören. Die Eltern solcher Kinder, brauchen nicht ständig in Angst herumzulaufen, da sie nicht wissen, wo sich ihre Kinder aufhalten. Denn sie haben ihnen bei"zeit"en das Rückgrat  gestärkt, in dem sie ihnen Zeit geschenkt haben. Auch uns tut das Zusammensein mit unseren Kindern gut. Denn wir bleiben dadurch, dass sie uns fordern, aktiv und jung im Kopf und bekommen natürlich auch selber die neuesten Zeitgeistgeschichten mit, die unsere Kinder in unsere Familien von ihren Außenerlebnissen bringen. Ganz zu schweigen von der emotionalen Bindung und Basis, die jeder Mensch braucht, um unsere Welt auch mit anderen Augen zu sehen, als nur zu funktionieren. Gemeinsam Lachen, gemeinsam Weinen, Spielen, Geschichten austauschen und Wärme fühlen und geben ist nicht nur Medizin für die Kinderseelen, sondern auch für uns. Wer möchte nicht in einem engen familiären Zusammenhalt leben. Doch das funktioniert nur, wenn man füreinander da ist und sich das wertvollste schenkt, was unser Leben zu bieten hat – Zeit.